© Annemarie Sackx  

 

Presse

Lesen Sie hier ein Interview mit mir, erschienen in einer Publikation der Belgischen Botschaft in Berlin.

Quelle:"Nachbar Belgien" Ausgabe Mai / Juni 2012
Herausgeber:Belgische Botschaft in Berlin

„Belgier in Deutschland": TV-Dolmetscherin Annemarie Sackx


NB: Frau Sackx, wie lange leben Sie schon in Deutschland? Was hat Sie hierher geführt?

Annemarie Sackx: Ich lebe seit 2001 in Berlin. Was mich hierher geführt hat, war nach vielen Aufenthalten in Berlin einfach die Lust, hier ansässig zu werden. Meine Familie lebt über viele Länder verstreut. Meine Schwester betreibt eine Sprachschule in Neuseeland und mein Bruder ist Investmentbanker in Kalifornien. Unsere Eltern leben immer noch in Belgien. Für Familientreffen reist deshalb immer ein Teil der Familie fast um die halbe Welt.


NB: Sie arbeiten als Dolmetscherin, Dozentin und Sprecherin in Berlin. Wie sieht ein Arbeitstag für Sie aus?

Annemarie Sackx: Jeder Arbeitstag ist anders, und ich liebe diese Abwechslung. Meistens dolmetsche ich in Berlin, denn hier arbeite ich auch als Dozentin für Linguistik und unterrichte Übersetzen und Dolmetschen. Das mache ich sehr gerne. In Brüssel war ich ebenfalls viele Jahre Dozentin an der Hochschule für Übersetzer und Dolmetscher. Beide Tätigkeiten, das Unterrichten und das Dolmetschen, befruchten sich gegenseitig. Und wo das Unterrichten nach festem Stundenplan eine Regelmäßigkeit in die Arbeitswoche bringt, sorgt das Dolmetschen dafür, dass ich dann wieder an Orten im Land unterwegs bin, wo ich sonst nicht hinkäme. Gelegentlich reise ich mit einem Auftraggeber ins Ausland, da fällt auch mal ein Wochenende aus. Ein Arbeitstag ist meist lang, denn ein Dolmetschauftrag will gut vorbereitet sein. Die morgendliche Zeitungslektüre reicht nicht aus, wenn man, wie die meisten von uns, in unterschiedlichen Fachbereichen arbeitet. Meine Schwerpunkte sind Medien, Politik, Wirtschaft, Pharmazeutik und Biotechnologie. Um auf dem Laufenden zu bleiben, lese ich Hintergrundmaterial, schaue mir Beiträge an, erstelle Glossare. Dennoch oder vielleicht auch gerade deswegen gibt es für mich nichts Reizvolleres als den Dolmetscherberuf. Man kann nie sagen "Maintenant, je sais tout", sondern bleibt immer neugierig.


NB: Wie sind Sie TV-Dolmetscherin geworden?

Annemarie Sackx: Das ist eine schöne Geschichte. Eine Freundin von mir, Redakteurin und Sprecherin beim Fernsehen, hat mich förmlich zum Vorsprechen geschleppt. Ein paar Tage später wurde ich mitten in der Nacht angerufen, man brauchte eine Dolmetscherin im SAT.1-Frühstücksfernsehen und ob ich um 05.30 Uhr da sein könnte. "Wenn du es willst, ist es jetzt dein Moment', sagte mein Mann, machte mir einen starken Kaffee und fuhr mich ins Studio. Es lief sehr gut und von da bekam ich Aufträge. Es war, wie man mir sagte, meine "frische, weiche Stimme mit dem sympathischen Akzent", die überzeugte. Mittlerweile bin ich nicht nur hier sondern auch in der ARD Talkshow "Gottschalk Live" die deutsche Stimme der internationalen Gäste.


NB: Sie arbeiten ebenfalls erfolgreich als Native Sprecherin? Wie kam es dazu?

Annemarie Sackx: Man hat mir früher schon häufiger gesagt, ich hätte eine Radiostimme. Seitdem ich im Fernsehen bin, bekomme ich öfter zu hören, dass man sich in meine Stimme "reinlegen" möchte. Diese Komplimente haben mich irgendwann überzeugt. Ich absolvierte eine Sprecherausbildung an der Akademie für Professionelles Sprechen in Berlin und bewarb mich als Sprecherin. Da ich mehrsprachig aufgewachsen bin, spreche ich muttersprachlich Französisch und Englisch. Auch Niederländisch spreche ich immer noch akzentfrei.


NB: Was spricht eine Sprecherin? Können Sie diese Tätigkeit für unsere Leser beschreiben?

Annemarie Sackx: Sprecher vertonen TV-Beiträge, sprechen die Off-Moderation in Dokumentationen, verleihen einem Hörbuch Leben und Werbesports den gefragten Charme. Als native Sprecherin ist mein Einsatzbereich ein anderer. Ich vertone Imagefilme, Industriefilme, Produktpräsentationen und Museumsführer in den Fremdsprachen Englisch, Französisch und gelegentlich Niederländisch. Ich arbeite meist mit unabhängigen Tonstudios zusammen, die es sehr schätzen, dass ich als Profi-Übersetzerin Synchronübersetzung und Vertonung aus einer Hand anbiete.


NB: Leben Sie gerne in Deutschland? Was finden Sie hier besonders gut?

Annemarie Sackx: Ja, ich lebe sehr gerne in Deutschland. In Berlin mag ich vor allem die breiten Bürgersteige, die vielen Terrassen und Radwege. Eine Stadt, die so grün ist und mitten in der Stadt Badeseen hat, versprüht etwas entspannt mediterranes. Mir gefällt auch, dass Berlin überall anders ist und dass es gleichzeitig Großstadt und Kiez ist, wo man seine Nachbarn kennt. Und Autofahrer hupen hier nicht, sobald eine Ampel auf Grün schaltet. Was will man mehr? Ach ja, Berlin könnte am Meer liegen, dann wäre alles perfekt.


NB: Worin unterscheiden sich Ihrer Meinung nach die Belgier am meisten von den Deutschen?

Annemarie Sackx: Ich glaube, wir sind gar nicht so unterschiedlich. Vielleicht sind die Deutschen etwas ernster und die Belgier etwas verspielter. Oder, anders gesagt, die Deutschen machen das bessere Brot und wir die bessere Patisserie. Die vermisse ich hier übrigens, die "Pateekes". Die belgische Küche halte ich natürlich in Ehren.

Quelle: "Nachbar Belgien" eine Publikation der Belgischen Botschaft in Berlin

Annemarie Sackx
Simultandolmetscher & Native Sprecherin

10781 Berlin
Mobil: +49(0)178 62 50 876
Mail: mail@dolmetscherin-sprecherin.de

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